Newsletter April/Mai 2022

Krieg-Freiden

Liebe Freund*innen und Interessierte von Inner Nature

wie ist es möglich, einen Beitrag zum Frieden zu leisten in Zeiten, in denen Krieg allgegenwärtig ist? Kriege der Menschheit gegen die Erde und die Schöpfung, Kriege der Menschen untereinander….?
Diese Frage habe ich einem Kreis von Menschen im NaturCoaching-Kontext und mir selbst gestellt mit der Absicht, den Blick von den schrecklichen Ereignissen um uns herum auf die inneren Kriegsschauplätze in uns persönlich zu richten.
Am 2. April gingen mehr als 20 Frauen und Männer gleichzeitig für 4 Stunden an verschiedenen Orten in die Natur, in der gemeinsamen Absicht dieser Fragestellung verbunden: „Wie spiegelt der Krieg in der Ukraine unseren persönlichen und kollektiven Unfrieden und Frieden?“ Einige Tage später tauschen wir unsere Erfahrungen aus.

Die Erfahrungen zeigen: verlassen wir die Einflusssphäre der Informationen, die von außen auf uns einwirken und uns eben nur zu Projektionen nach außen einladen, verändert sich unsere Wirklichkeit. Unser Sein in der Natur öffnet uns eine Erfahrungswelt, die unsere Sinneswahrnehmungen, unsere Gefühle, unsere Körperempfindungen, unsere Intuition, unsere persönliche und kollektive Weisheit in den Blick rückt. Wir sind deutlich näher bei uns selbst, wenn wir die Informationsquellen unseres eigenen Erlebens nutzen.

Die Ergebnisse bilden eine Matrix von Ursachen und Wirkungen ab und sie zeigen Wege auf, wie wir uns selbst zu friedlichen Wesen entwicklen können. Die gebündelten Kernaussagen und Naturerlebnisse habe ich mit eigenen Inspirationen verknüpft und auf innernature.de veröffentlicht.

Sommerwiese

In dieser Woche beginnt hier am Seminarhof die Saison mit einer Fülle an Kursen wegweisender Naturerfahrungen. Damit bieten wir Erfahrungsräume an, die uns zu Veränderungen und Entwicklungen dort ermächtigen, wo wir tatsächlich Einfluss haben. Bei uns selbst und in unseren Lebensentscheidungen.

Hier ein Überblick bis Mitte des Jahres

Die 4 Archetypen-Trainings für Männer beginnen am 26. Mai 2022. Es gibt noch 2 freie Plätze.

Das Vertiefungstraining zur Männer-Initiation vom 9.-12.6.2022 für Männer, die an einem der vorangegangenen Trainingszyklen teilgnommen haben. Es gibt noch 2 freie Plätze.


Im Fluss sein 16.-19.6.2022 – eine Bootswanderung im Bayerischen Wald
Erlebe abseits von alltäglichen Anforderungen und Routinen, was du wirklich brauchst. Genieße eine wunderbare Landschaft und das einfache Leben in der Natur. Es gibt noch 3 freie Plätze.


Die Fortbildung zum NaturCoach und zur evolutionären Prozessbegleiter*in. Sie beginnt am 23.6.2022. Hier lernst du in 4 Modulen Einzelne und Gruppen bei Veränderungen und Entwicklungsschritten in und mit der Natur zu begleiten. Praxisnah – erfahrungsorientiert – sofort anwendbar – kompakt. Es gibt noch 3 freie Plätze.


Den für Anfang Mai geplanten Feuerlauf haben wir in den Oktober verschoben. Eine neue Gelegenheit, etwas, das du für unmöglich hältst, zu tun. Am 8./9.10.2022

Für inidividuell begleitete Auszeiten auf unserem Naturgelände im bayerischen Wald über mehrere Tage gibt es freie Termine vom 5.-17.7.2022


Wave am 9. Juli 2022 um 17:00 Es ist uns eine besondere Freude, euch zu einer „Tanzwelle“ auf unserer Sommerwiese mit Funkkopfhörern von und mit Britta Weitbrecht einzuladen! Eine “Wave” ist wie eine getanzte Reise durch verschiedene Energiefelder. Wir beleben unser inneres Feuer und geben unserer Seele Raum. Wir beginnen langsam und sanft, steigern das Tempo, wachsen über uns hinaus, tanzen uns frei und laden dabei unsere ureigene Kreativität ein bis wir uns in der Stille wiederfinden.

Britta hat in den Pandemiezeiten Outoorwellen etabliert, die ein aussergewöhnliches Tanzerlebnis an kraftvollen Naturorten garantieren. Bitte merkt euch den Termin schon mal vor. Infos zu Kosten und Ausrüstung findest du auf Brittas Website. Anmelden kannst du dich via Mail oder telefonisch ebenfalls bei Britta.


Ein Tag mit dir in der Natur. Jederzeit und am Ort deiner Wahl kannst du diese inspirierende Selbsterfahrung im Spiegel der Natur mit meiner telefonisch oder virtuell begleiteten Vor- und Nachbereitung erleben.


Unser Wagerl ist in unzähligen Bastelstunden zu einem charmanten Domizil für Auszeit- und Seminargäste geworden. Es ist fast fertig und freut sich darauf, ab 10. Mai die ersten Gäste zu beherbergen. Weitere Infos zur Ausstattung findet ihr auf unserer Website. Ab Mai auch noch Bilder mit Innenansichten.

Wagerl

Mit Vorfreude auf unsere Erfahrungen und Begegnungen grüße ich euch alle ganz herzlich.

Arthur

Friedenswanderung am 2.4.2022

Eine Geschichte der Selbst-Ermächtigung

 

Ausgangspunkt für diese Friedenswanderung ist die Betroffenheit über den Krieg in unserer Nachbarschaft.

Situationen wie ein Krieg, die wir uns nicht ausgesucht haben, die uns überraschen und unvorbereitet treffen, rufen häufig starke emotionale Reaktionen hervor. Alte Verletzungen, die in unseren sozialen Beziehungen entstanden sind, lösen dann Verhaltensmuster in uns aus, die wir zum  Selbstschutz entwickelt haben. Politiker*innen auf der nationalen und internationalen Bühne agieren oft auf ähnliche Weise heftig, ohne sich der Dynamik ihrer eigenen Verletzungen und der historischen Wunden bewusst zu sein. Mit der Trennung in Gut und Böse, mit Sanktionen, Strafe, Verurteilung, Drohungen und Hilfsaktionen auf allen möglichen Ebenen.

Unsere Absicht für diese Friedenswanderung ist eine Andere. Wir nehmen unsere Gefühle, Reaktionen und Einschätzungen über die Geschehnisse bewusst an und übernehmen die Verantwortung dafür. Ohnmacht (die Macht verlieren) wird so wieder zu Ermächtigung. Ermächtigung heißt hier, die Verantwortung für die eigenen inneren Kriege- und unseren möglichen  Beitrag für die  kollektiven Kriegsschauplätze zu übernehmen. Als Weg zur Selbsterkenntnis, zur Selbstheilung und zur Entwicklung von Frieden mit uns selbst und dem Menschsein.

Wie spiegelt der Krieg in der Ukraine unseren persönlichen und kollektiven Unfrieden und Frieden?

Mit dieser Fragestellung machen sich am 2. April 2022 Frauen und Männer auf den Weg, um im Spiegel der Natur Antworten, Erkenntnisse und innere Resonanzen zu finden. In einem definierten Zeitraum von 4 Stunden sind wir an unterschiedlichen Orten unterwegs, in der gemeinsamen Absicht der Fragestellung betroffen und verbunden und dennoch jede*r für sich alleine. Einige Tage später tauschen wir unsere Erfahrungen aus.

Die Erfahrungen zeigen: verlassen wir die Einflusssphäre der Informationen, die von außen auf uns einwirken und uns zu Projektionen nach außen einladen, verändert sich unsere Wirklichkeit. Unser Sein in der Natur öffnet uns eine Erfahrungswelt, die unsere Sinneswahrnehmungen, unsere Gefühle, unsere Körperempfindungen, unsere Intuition, unsere persönliche und kollektive Weisheit in den Blick rückt. Wir sind deutlich näher bei uns selbst, wenn wir die Informationsquellen unseres eigenen Erlebens nutzen.

Unterwegs im Spiegel der Natur – die Friedenswanderung

Grenzen, die trennen sind Quellen des Unfriedens

Grenzen, Zäune und Hecken zeigen auf den Wanderungen bei den meisten eindrücklich auf, dass die Grenzen in unserem Denken, Fühlen und Handeln den Frieden stören. Die Trennung in Gut und Böse, Gewinner und Verlierer schafft Unfrieden. Urteile und Wertungen trennen uns von unseren Gefühlen, machen uns zu Tätern und Opfern, isolieren uns von uns selbst und unserer Mitwelt. Der offene Blick des Herzens lässt erkennen, dass die Natur anders mit Grenzen umgeht. Bäume strecken ihre Äste über Zäune hinweg und ihre Wurzeln wachsen unter ihnen hindurch. Die Natur kennt ebenfalls Grenzen, sie geht aber anders damit um. Die Begrenztheit menschlicher Meinungen und Positionen lassen oft nur eine Wahrheit zu. Die eigene. Das ist eine Wurzel des Krieges. Die Erweiterung unserer Perspektiven lässt auch  andere Absichten oder Ursachen zu, die ebenfalls wahr sind, jedoch anders als die unseren. Sie haben ebenfalls das Recht, zu existieren.

Eine achtlos weggeworfene Plastiktüte, die beim Finder Ärger über eine vermeintliche Unachtsamkeit auslöst, kann so zu den Überresten eines Plastikdrachens werden, der einem Kind von der Schnur gerissen ist.

Ein Stacheldraht, der den Weg versperrt, wird zu einer schützenden Grenze für Weidetiere. Die Wut über die Barriere wandelt sich im Perspektivwechsel zur Freude über ein nur wenige Meter entfernt am Boden liegendes Ende des Drahtes, das den Weg freigibt.

Der Perspektivwechsel gelingt, wenn wir den Schmerz oder die Enttäuschung zu uns nehmen können ohne andere dafür zu beschuldigen. Hier kommen wir in Kontakt mit unseren Wunden, Verletzungen und unserer Verantwortung dafür. Sie gehören uns allein und wir alle haben Wunden – das verbindet uns im erwachsen Sein.

Wie Frieden möglich wird

Ein Aufenthalt am Fluss richtet das Bewusstsein eines Mannes in eine Richtung, wie Frieden möglich wird. Im Fluss bleiben mit unterschiedlichen Absichten und Sichtweisen. Die eigene Wahrheit ist nur eine von vielen. Sie kann hineinfließen in den Fluss unterschiedlicher Wahrheiten zusammen mit anderen Wahrheiten, die aus Quellen und Bächen den Fluss speisen. Die unterschiedlichen Positionen und Sichtweisen fließen in einem Fluss zusammen, vereinigen sich zu etwas Verbundenem, in dem vieles oder alles seinen Platz hat. Anstatt in Diskussionen um das bessere Argument zu kämpfen oder Gewinner und Verlierer hervorzubringen.

Wollen und Müssen, Druck und Erwartungen, alte Wunden.
Demut und Annehmen dessen, was ist und wie es ist.  

Die Erwartung, etwas tun zu müssen, etwas Besonderes erreichen zu müssen, etwas schnell machen zu sollen, etwas sagen zu müssen, etwas genau so zu wollen…. führt in Stress und Unfrieden. Das Unspektakuläre, das Einfache nicht zu bewerten, zu verweilen, obwohl die Unruhe nach Aktivität verlangt, das schafft Frieden. Ruhe und Stille zuzulassen, Beobachten, Warten auf nichts Bestimmtes sind Ausgangpunkte für neue Erkenntnisse. Für die Entscheidung zum Innehalten braucht es die Bereitschaft, Gewohntes, Bequemes zu opfern und den aufkommenden Schmerz und die Muster des Vermeidens von Schmerz anzunehmen, ohne ihnen zu folgen.

Eine Frau spürte ein „müssen“ in sich, den sie als Unfrieden erlebt. Erwartungen, Druck,  Einsamkeit, Trennungsgefühle. Als sie sich entschließt,  überhaupt nichts zu müssen und selbst die Schöpferin dieses Augenblicks zu sein, wird sie plötzlich von großer Freude und 5 Rehen begleitet. Sie spürt einen magischen Moment und stellt sich vor, wie sie mit einem Umhang und goldenen Flügeln die Landschaft mit heilender Energie überzieht. „Das ist wunderbar“, sagt sie zu sich selbst. Frieden entsteht.

Ein lange Zeit beobachteter Grashalm offenbart dem Mann das Weiche, Weibliche, Bewegliche…Er beobachtet, obwohl im kalt ist. Das ist es, was jetzt dran ist.

Die alte, morsche Wunde einer Linde, die von lebendiger Rinde umwallt wird, erinnert einen andern Mann an seine alten Wunden, lässt den Schmerz fühlbar werden, ohne dass er darin versinkt. Die Linde ist kein Opfer ihrer alten Wunde, sie ist dadurch einzigartig lebendig – sie hat eine Wunde, sie ist aber noch viel mehr als das.

Frühlingsblüten werden vom Schnee gebeugt, sie neigen sich, geben nach, ohne zu vergessen, dass jetzt die Zeit des Blühens ist. Sie warten einfach ab. In ihrem Sein gibt es keine Bewertung der Widrigkeit, keine Klage über diese Umstände. Es ist jetzt so.  Demut im Umgang mit dem, was nicht zu ändern ist, bringt Frieden.

Die Wanderin ist unruhig, fühlt sich weit weg von sich. Sie fühlt sich von den  lachenden Spechten verlacht.  Ein Hochsitz bietet Überblick, einen Perspektivwechsel. Wasser gurgelt unter ihr, es sucht keinen Streit, ist selbstverständlich da. Sie denkt,  „ich verstehe die Sprache des Wassers nicht, ich komme mir dumm vor“. Unfrieden macht sich in ihrem Inneren breit. Dann spricht eine andere Stimme in ihr. „Die Spechte machen ihr Ding, sind selbstverständlich da, der Bach ist ebenfalls selbstverständlich da.“ Jetzt bemerkt sie die Stille und den Frieden in sich. Dann hört sie Radau, zwei Rehböcke jagen sich. Sie machen ihr Ding. Einer der Rehböcke nimmt Blickkontakt mit ihr auf, dann wendet er sich wieder von ihr ab (ganz selbstverständlich). Sie fühlt Traurigkeit und weint ein paar Tränen. Sie versteht: wenn die Traurigkeit nicht da sein darf, entsteht Wut und Unfrieden. Sie entscheidet, dem Krieg den Frieden anzusagen.

Die Spaziergänger*innen nerven, weil die Wanderin sich fragt,  was diese von ihr erwarten. „Muss ich sie grüßen?“ Unfrieden wird wach. Dann ist da immer wieder die Freude über die Frühlingspflanzen. Jetzt kommt wieder eine Erwartung: „ich muss an der Aufgabe für diese Wanderung arbeiten“ und sie spürt ihre Widerstände. Sie entscheidet, ins „Kriegsgebiet“ zu  gehen. Ein gespaltener Baumstamm erinnert sie an ihre selbst erlebten Beziehungsabbrüche, an Konflikte, unterschiedliche Bedürfnisse, Sprachlosigkeit. Dabei  fühlt  sie Ratlosigkeit. Das Thema Unfrieden macht ihr Angst.  Die Schönheit des Frühlings, die sie überall wahrnimmt, beurteilt sie als Ablenkung. Der Krieg gegen sich selbst ist da.

Schutzbedürfnis – Leben und Sterben

Wir sehnen uns nach Schutz, geschützt Sein, sicher Sein in unseren Grundbedürfnissen nach Integrität, körperlicher und seelischer Unversehrtheit, Freiheit, unserem Selbstausdruck. Sind wir in diesem Grundbedürfnis verunsichert (und sind das nicht die meisten von uns?), versuchen wir uns gegen vermeintliche Gefahren zu rüsten, indem wir Waffen bereithalten, die uns schützen sollen. Waffen unserer Persönlichkeiten sind beispielsweise Grenzen, die wir zwischen uns und Anderen ziehen (von denen wir uns bedroht fühlen, die Anders sind oder uns fremd…). Wir bilden Gruppen, denen wir uns zugehörig fühlen und die Andere ausschließen oder dominieren. Wir urteilen, bewerten, attackieren, ignorieren, bestrafen, ächten, um uns sicher fühlen zu können. Das alles kreiert keine Sicherheit und keinen Frieden. Diese Schutzzäune müssen ständig von uns bewacht werden und brauchen immer neue Energie, um die „Schlupflöcher“ unserer Angst zu stopfen. Ist Sicherheit eine Illusion, ein Mythos? Vor Verletzungen können wir uns nicht schützen, wenn wir wirklich leben wollen. Wir können uns nicht auf alles vorbereiten, was uns Schmerz bereiten könnte…aber wir können uns dafür entscheiden, damit umzugehen.

In der Natur und der Welt, auch in unserer inneren Natur gibt es ein umfassendes behütet Sein. Kräfte, die dazu befähigen, mit Herausforderungen umzugehen. So wie die verwundete Linde einen Weg gefunden hat zu heilen und weiter zu wachsen. Oder wie der Wald der abgestorbenen Bäume Licht und Nahrung freigibt für unzählige Pflanzen, die nachwachsen. Die nackten, blanken Stämme, der toten Bäume bestärken die Betrachterin darin, dass Wandel und Entwicklung sie sich immer wieder nackt und ungeschützt fühlen lassen. Der Borkenkäfer, der den Baum „schält“ ist kein Aggressor, er ist nicht schuld am Tod, es ist der Initiator für Entwicklung.

Dem Mann fällt ein Hinweisschild auf: „Schützenhütte“…Ist es eine Hütte, die Schutz bietet oder eine Hütte für Schützen, die schießen? Wohl das zweite. Welchen Schutz bietet die Waffe? Wie viel Leid, wie viel Schmerz, wie viel Rache und Unfrieden wird sie erschaffen, wenn sie benutzt wird, um zu schützen? Ein nahe stehender Baum gibt Antwort: „Nimm  dein Schutzbedürfnis ernst, achte gut auf dich, pass auf dich auf. Sei ein Mann, der gut mit sich umgeht. Auch der Baum ganz in der Nähe bietet in diesem Moment Schutz an vor dem Wind und der Kälte. Schutz wird angeboten, ist da und muss nicht „gemacht“ werden.

Trotz Eis und Schnee  ist schon das Leben zu sehen: Grün und Eis sind gleichzeitig da,  die Sträucher strotzen vor Leben! Tod  und Leben sind vereint, ein Kreislauf. Der Tod ernährt sogar das neue Leben. Auch die Toten der Kriege ernähren neues Leben. Es zeigt sich Lebensfreude in ihr. Sie hätte nicht erwartet in einem so toten Wald so viel Lebendigkeit zu finden.

Ein bewegungsloser Regenwurm, erinnert eine andere Frau an den Tod. Lebt er noch? Als sie ihn berührt und in die Hand nimmt, beginnt er sich zu räkeln. Sie er-innert sich: dass die Liebe, dass Mitgefühl Frieden und Leben schenken kann.

Zeit haben – sich Zeit lassen – langsam Sein

Die Frau fühlt sich erschöpft heute und beschließt, diesmal nicht viel Strecke zu machen, sondern lieber im Wald zu sitzen. „Ich bekomme mehr, wenn ich sitze!“Unfrieden entsteht durch Machen, Müssen, Schnell sein. Schon bald findet sie einen wunderbaren, einsamen Platz, umsäumt von Bäumen. Sie fühlt sich wie im Kreis mit alten Freunden. Sie hört in sich hinein, bis sie ihre Angst fühlen kann, ihre große Zukunftsangst für sich und ihre Familie. Sie spricht zu den Bäumen über ihre Angst, auch mit Traurigkeit. Die Bäume hören ihr zu wie alte Freunde, bis sie Trost fühlt. Ihre Erkenntnis aus diesem Erleben ist ganz einfach: Natur tut gut! In die Natur zu gehen heilt, bringt Frieden und verhindert Krieg.

Heilung von Weiblichem und Männlichem – Verbindung der Unterschiede

2 Bäume stehen da, einer für die Ukraine – einer für Russland, wie ein Tor in das neue Land der  Freundschaft. Wir sitzen ums Feuer, halten Council, schauen uns in die Augen. Das Göttliche spricht in der Frau: „alles ist da, wir leben im Paradies, können uns selbst nähren, alles ist in uns dafür, wir sind Schöpferwesen. Eure Aufgabe ist, dem Unfrieden auf die Spur kommen, den Dämon, das verletzte Kind (Putin) in euch zu nähren, solange bis Frieden herrscht. Erwachsen Sein bedeutet Schöpfer*in sein. Heilung von männlichem und weiblichem – von Mensch und Erde. Haltet den Schöpfungsraum rein. Was im Weg steht, räumt frei. Frieden bedeutet: alles ist irgendwie richtig.“

Schuld ist eine Erfindung von Menschen, in der Natur gibt es sie nicht. Sie macht uns klein und ohnmächtig. Verantwortung ist etwas Anderes. Verantwortung für unser Denken und Handeln zu übernehmen macht uns zu erwachsenen Wesen, die lernen, die dienen, die erschaffen, anstatt zu armen Sündern.

Ein  Jägerstand macht eine andere Frau wütend. Sie bemerkt den Impuls, ihn abzubauen. Rachegefühle. Sie entscheidet: Nein, das mache ich jetzt nicht. Die Entscheidung kostet sie Mühe und Entschiedenheit, leitet dafür aber Entspannung ein. Anzunehmen, dass es andere Interessen und Haltungen gibt, als die ihren. Den Respekt für die andersartigen Menschen und deren Interessen zu bewahren, schenkt ihr die Möglichkeit, in ihrem eigenen Frieden bleiben zu können. Nicht nur biologische Vielfalt in der Natur als wertvoll zu erachten, sondern auch die menschliche Diversität ist zu respektieren! Eine Haltung, die sie noch etwas kultivieren möchte.  Dann begegnet sie anderen Spaziergänge*innen. Friedlich sagt sie ihnen ein stilles Hallo.

In Dankbarkeit für beherzte Frauen und Männer und unsere großen Lehrer, die Natur und das Leben.

Arthur Dorsch im April 2022

Newsletter im Dezember 2021

Liebe Freunde und Interessent*innen von Inner Nature

Freiheit haben vermutlich die meisten von uns weit oben auf der Liste unverzichtbarer Werte. Wie schnell es gehen kann, dass Freiheitsrechte in Frage gestellt- und eingeschränkt werden, haben wir in den letzten eineinhalb Jahren erlebt.

Beim Umgang mit den aktuellen Ereignissen hilft mir die Unterscheidung zwischen Freiheiten, die von Außen gegeben werden und Freiheiten, die jeder Mensch für sich im Inneren als unumstößlichen Wert anerkennt. Eine dieser inneren Freiheiten ist für mich die Entscheidungsfreiheit und damit die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für die eigenen Entscheidungen und deren Auswirkungen. Das beinhaltet die Freiheit, Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen.

So gesehen ist Freiheit ein Gut, das wir in unserem Leben immer wieder erringen können (müssen) und für das wir uns immer wieder entscheiden. Damit verleihen wir unserem Sein Klarheit und Entschlossenheit für Werte, die nicht verhandelbar sind.

Und das kann eine gute Nachricht in diesen Zeiten von Verwirrung und Polarisierung sein: die Freiheit, über unser Leben zu bestimmen, kann nicht von Außen gegeben bzw. genommen werden. Sie ist unser Geburtsrecht und wohnt allem Leben inne, allen Geschöpfen dieser Welt. Wir sind dann frei, wenn wir unsere Freiheit wirklich leben. Das hat auch seinen Preis. Den Preis der Unbequemlichkeit, der Unsicherheit, des sichtbar und angreifbar Seins. Dem gegenüber steht ein Gewinn von Lebendigkeit, Integrität und das bewusste Erleben unseres persönlichen und kollektiven Menschseins, das über unsere individuellen Lebensentscheidungen hinausreicht.

Wir stehen mit unserer Arbeit bei Inner Nature dafür ein, mit klaren und kraftvollen Erfahrungsräumen selbstbestimmte Werte- und Richtungsentscheidungen auch mit Widerständen in uns selbst oder von Außen zu treffen.

Unser Kursprogrmm für das kommende Jahr steht und wir freuen uns darauf, mit euch gemeinsam Entwicklungsschritte hin zu unserem wirklichen Wesen, zur Anerkennung unserer Stärken und Schwächen und zu unserer Bestimmung in der Welt zu machen.

Möglicherweise ist jetzt der stimmige Zeitpunkt, dich zu entscheiden für:

einen Feuerlauf 7./8.5. 2022
Erweitere deine von dir selbst erschaffenen Grenzen. Ermögliche das, was du (noch) nicht für möglich hältst.
eine inidividuell begleitete Auszeit auf unserem Naturgelände im bayerischen Wald über mehrere Tage. Freie Termine im Frühling: 24.-31.3.2022/1.-7.4.2022
Ein Tag mit dir in der Natur eine inspirierende Selbsterfahrung im Spiegel der Natur. Jederzeit am Ort deiner Wahl. Telefonisch oder virtuell mit mir vor- und nachbereitet.
die Archetypen-Trainings für Männer. Sie beginnen am 26. Mai 2022
Entscheide dich für eine Männlichkeit, die zu deiner inneren Natur passt.
Im Fluss sein 16.-19.6.2022 – eine Bootswanderung im Bayerischen Wald
Erlebe abseits von alltäglichen Anforderungen was du wirklich brauchst. Genieße eine wunderbare Landschaft und das einfache Leben in der Natur.
die Fortbildung zum NaturCoach und zur evolutionären Prozessbegleiter*in. Sie beginnt am 23.6.2022. Hier lernst du in 4 Modulen Einzelne und Gruppen bei Veränderungen und Entwicklungsschritten in und mit der Natur zu begleiten.
Praxisnah – erfahrungsorientiert – sofort anwendbar – kompakt
die Männerschwitzhütte 15./16.10.2022
Für eine kraftvolle Erneuerung und Stärkung deiner inneren Natur als Mann.
das Outdoor Wuttraining 22./23.10.2022
Erlaube die Energie der Wut als Kraftquelle für Klarheit, Entschlossenheit und respektvolle Kommunikation kennen und nutzen zu lernen.
die Schwitzhütte zur Wintersonnenwende 17./18.12.2022
Innerhalten, zurückblicken, anerkennen, freuen-bedauern, neu entscheiden und Kommendes in den Blick nehmen.
NaturCoaching und evolutionäre Prozessbegleitung zur Klärung und Weiterentwicklung deiner persönlichen und beruflichen Lebensthemen. Jederzeit nach Absprache.

Ich wünsche uns allen einen eigenständigen und klaren Blick für Wesentliches in diesem Winter und freue mich auf kraftvolle Erfahrungen mit euch und auf inspirierende Antworten im Herzen dar Natur.

Herzlichst, Arthur

Newsletter im September 2021

Liebe Freunde und Interessent*innen von Inner Nature

Dieses Plakat einer Freiburger Kulurinitiative hat mich angesprochen und in mir die Frage aufgebracht, wer bist du, wer bin ich, wenn wir nicht irgendwann in der Zukunft, sondern jetzt ehrlich auf das eigene Leben blicken? Jetzt können wir die Antworten noch selbst geben, später werden es vielleicht Andere für uns tun.

Fragen, die uns verunsichern, wachrütteln und uns verantwortlich machen, sind wesentliche Impulsgeber für Veränderung, für Entwicklung und für Antworten, die nicht nur in Worten, sondern in Taten ausgedrückt werden können.

Im Spätsommer/Herbst öffnen wir für deine Fragen lebendige Forschungsräume.
Feuerlauf 18./19.9.2021

  • Welche Angst bremst dich und deine Möglichkeiten?
  • Wofür lohnt es sich, deine Angst zu überwinden?

Männerschwitzhütte am 9./10.10.2021

  • Wie unterstützt- und wie schwächst du dich in deiner Männlichkeit?
  • Was gilt es zu verändern, um körperlich, emotional und mental im Gleichgewicht zu sein?

Wuttraining in der Natur 16./17.10.2021

  • Wie gewinnst du mehr Klarheit, Präsenz, Selbstvertrauen?
  • Welche Grenzen gilt es zu erweiteren, welche Grenzen gilt es deutlicher zu machen?

Bühne frei für den Tod – es lebe das Leben 30./31.10.21 für Frauen

  • Was fühlst du, wenn du dir deiner Vergänglichkeit bewusst wirst?
  • Welche Wünsche und Visionen hast du für dein Leben?
  • Was will gelebt werden, um am Lebensende auf ein erfülltes Leben blicken zu können?

Inidividuell begleitete Auszeit auf unserem Naturgelände im bayerischen Wald

Freie Termine im Herbst: 19.-21.10.2021/26.-31.10.2021/2.-19.11.2021

  • Was ist dein nächster Entwicklungsschritt? Was brauchst du dafür?
  • Welche Entscheidungen sind zu treffen?

Schwitzhütte zur Wintersonnenwende 18./19.12.2021

  • Womit bist du zufrieden, womit bist du unzufrieden im Rückblick auf das Jahr?
  • Was willst du hinter dir lassen, was willst du ändern oder erneuern?
  • Was ruft dich im kommenden Jahr?

Die nächsten Archetypen-Trainings für Männer beginnen am 26. Mai 2022

Die nächste Fortbildung zum NaturCoach und zur evolutionären ProzessbegleiterIn beginnt am 23.6.2022. Reserviere jetzt die Termine dafür.

Ich freue mich auf wertvolle Erfahrungen mit euch und auf inspirierende Antworten  im Herzen dar Natur.
Telefonisch erreicht ihr mich unter 09974903406 und via Mail unter mail@innernature.de


Herzlichst, Arthur

Newsletter im September 2020

Liebe Freunde und InteressentInnen,

kennt ihr das, Schritte oder Entscheidungen zu verzögern, obwohl wir in uns schon länger die Aufforderung oder Gewissheit wahrnehmen, dass dieser Schritt unser Leben bereichern wird und wir es wahrscheinlich bereuen würden, ihn nicht getan zu haben?

An der Schwelle einer Entscheidung gibt es glaubhafte Gründe, etwas (jetzt noch) nicht zu tun und gleichzeitig gibt es Wege und Möglichkeiten, die sich nur dann auftun, wenn wir bereit sind, den Schritt zu machen und zwar ohne genau zu wissen, wie das geht. Angst und Unsicherheit vor einem schmerzhaften Scheitern sind verlässliche Begleiter auf dem Weg ins Unbekannte.

Die hoffnungsfrohe Nachricht ist in diesem Fall, dass die Angst uns genau die Kraft verleiht, in unbekannten Situationen zu bestehen, für die wir noch keine Ressourcen kennen. JedeR von uns hat das schon erlebt und doch vergessen wir es immer wieder, gerade wenn es darauf ankommt.

Diesem „Vergessen“ etwas entgegen zu setzen, den wiederkehrenden Zweifeln keinen Glauben mehr zu schenken und die Fähigkeit zu entwickeln, mit der Angst zu leben, anstatt uns von ihr bestimmen und zurückhalten zu lassen, sind wesentliche Absichten unserer Arbeit in und mit der Natur und den Menschen. Die nächste Gelegenheit dafür ist schon sehr bald.

Der Feuerlauf am 12./13.9. erinnert uns eindrücklich und nachhaltig daran, dass wir für unmöglich Gehaltenes möglich machen können. Gemeinsam mit der Kraft unserer Angst und der Entschlossenheit unseres Herzens. Eine physiche Erfahrung, die emotionale Kraft freisetzt und sich im Gedächtnis unseres Wesens einprägt.
Es gibt noch freie Plätze und wir freuen uns auf Mutige, die Angst davor haben.

Bühne frei für die Kriegerin am 26./27.9. ist ein Workshop für Frauen, die dem Urbild der Kriegern in sich Raum und Anerkennung geben. Christine lädt dazu ein, mit dem Gefühl Wut wertfrei zu experimentieren und spielerisch dessen Kräfte und Möglichkeiten zu entdecken.
Bühne frei für den Tod am 31.10./1.11. Workshop in München Planegg für Frauen. Spielerisch erkunden wir unsere Gefühle in Anerkennung der eigenen Sterblichkeit, die uns Weg weisen zu dem, was gelebt werden will.

Wut-Training in der Natur am 17./18.10
Klarheit – Präsenz – Lebendigkeit – Entschlossenheit
Holen wir die Wut-Energie aus der Ecke des Bösewichts und geben ihr den Platz als natürliche, kraftvolle und lebendige Energiequelle, ohne die wir weder für unsere Bedürfnisse einstehen können, noch Grenzen setzen oder klare Entscheidungen treffen können.

Schwitzhütte für Männer am 24./25.10.
Berührend kraftvolle Transformationserfahrung im unterstützenden Männerkreis. Aufgrund der Corona-Abstandsregeln können nur 6 Männer teilnehmen. Noch gibt es freie Plätze.

 

Schwitzhütte zur Wintersonnenwende am 19./20.12
Bewusst den Übergang vom Alten Jahr ins neue Jahr erleben. Gelungenes würdigen, aus nicht Gelungenem lernen und Weichen stellen. Es gibt noch 2 freie Plätze von insgesmt 6 Plätzen.

Individuell begleitete Auszeit in der Natur
Mit Abstand zum alltäglichen Leben stärkst du dich für den nächsten Schritt in deinem Leben, bereitest dich auf bevorstehende Veränderungen vor oder findest Klarheit über deine Situation. Individuell von mir begleitet in dem Maß und auf die Weise, sie du es brauchst. Im Oktober sind noch Termine möglich.

 

Bitte Termine reservieren für 2021

Fortbildung zum NaturCoach und zur evolutionären Prozessbegleiterin 2021/22

Archetypen-Trainings für Männer 2021/22

Ich sende meine herzlichen Grüße.

Arthur

Klarheit finden in Zeiten des Umbruchs

In meinem letzten Beitrag zur aktuellen Situation „In den Wirren der Viren“  ging es um einen bewussten Umgang mit Angst. Darauf verweise ich gleich mal an erster Stelle. Die Situation nach Wochen im Lockdown mit den entstandenen Auswirkungen zeigen mir nach unzähligen Gesprächen mit Coachees, Freunden und KollegInnen, dass Angst nach wie vor eine zentrale Rolle spielt. Deswegen lege ich euch die Tools für einen bewussten Umgang mit Angst, die ihr in diesem Beitrag findet, weiterhin ans Herz.

Wir befinden uns in einem evolutionären Prozess

Als Prozessbegleiter begleite ich Menschen in ihren Entwicklungsbewegungen und habe im Laufe meiner  Berufs- und Lebenspraxis einzelne Entwicklungsschritte in diesem Prozess erkannt, die ich als Schlüssel für eine gelingende Veränderung erachte und die aus meiner Sicht alle durchlebt und gemeistert werden müssen. Sie sind notwendig (um die Not zu wenden) für eine nachhaltig anhaltende Entwicklung von Menschen und Systemen. Daher nenne ich sie evolutionäre Prozesse, denn sie folgen den Gesetzen der Evolution, indem sie aus sich verändernden Rahmenbedingungen und erkannten Fehlern fortlaufend neue Möglichkeiten erschaffen. Bitte verwechselt das nicht mit den ständigen Selbst- und Produktoptimierungen, die andere Ziele verfolgen. Wer mehr über evolutionäre Prozessbegleitung erfahren will, kann hier nachlesen.

Durch die Brille evolutionärer Prozesse betrachtet, ist die Lockdown-Krise ein Spiegelbild dessen, wo wir gerade stehen.

Wir stehen an einer Schwelle, die umfassende Einschnitte quasi über Nacht manifestiert hat und die große Veränderungen für die Zukunft bringen kann. Sie zwingt viele von uns dazu, stehen zu bleiben und (wenn wir das zulassen) inne zu halten. Das ist wertvoll und notwendig als Voraussetzung für jede mögliche Veränderung im Sinne einer Weiterentwicklung. Das ist der erste Schritt, mit dem jede Entwicklung beginnt.

Standortbestimmung

Inne halten, zur Ruhe kommen und sich auf eine radikal ehrliche Evaluation einlassen, deren Ergebnis unausweichlich klarstellt, was nicht mehr funktioniert, was verändert oder zurückgelassen werden muss, um eine andere Richtung einschlagen zu können. Gelingt dieser erste Schritt, können weitere folgen. Nur dann. Die Erkenntnis, dass etwas unwiederbringlich zu Ende geht, ist oft schmerzlich und meistens von Unsicherheit begleitet. Widerstände kommen auf, die leugnen, beschönigen oder ablenken wollen, die das Alte behalten wollen und mit großer kreativer Kraft und bewährten Überlebensstrategien die Unnötigkeit des Wandels glaubhaft machen wollen. Dazu können wir im Augenblick vieles in den Medien und in Gesprächen erfahren .

An diesem Punkt des Prozesses stehen jetzt zunehmend mehr Menschen. Gewohnte materielle Sicherheiten schwinden, sicher geglaubte Grundrechte sind über Nacht ausser Kraft gesetzt. Diejenigen, die sich den Herausforderungen stellen können und sie als Ausgangspunkt für persönliche Veränderungen annehmen, nutzen die Energie der Zeit wie ein Surfer die Energie der Welle. Ein großer Teil von Menschen verharrt jedoch in Angst und wartet ab. Es braucht Ermutigung und Unterstützung, um sich auf dieses Wagnis eines bewussten persönlichen Wandels einlassen zu können. Diese Ermutigung können wir uns gegenseitig geben.

Wir bieten Unterstützung für Entwicklungsprozesse seit Jahrzehnten an,  begleiten Menschen im Wandel,  trainieren gemeinsam Werkzeuge für bewusstere Wahrnehmung, für Entscheidungen und den Umgang mit Unsicherheit (Angst). Mit inszenierten Herausforderungen (Rituale und Trainingssituationen), die die eigene Entscheidungsfähigkeit stärken, deren mögliche Konsequenzen erlebbar machen und einem jedem inne wohnende Ressourcen für einen Weg in unbekanntes Neuland zugänglich werden lassen.

Die derzeitige Situation ist eine solche Inszenierung. Im Unterschied zu unseren Trainings findet sie aber ohne Vorbereitung, ohne eine bewusste Absicht für Veränderung und für die meisten ohne erfahrene Begleitung statt. Sie überfordert deswegen viele Menschen. Auf Überforderung reagieren wir fast alle mit bewährten Strategien  (Persönlichkeits- oder Überlebensmuster) wie verschärfter Kontrolle, Tunnelblick, Konkurrenz, Polarisierungen, starke und vorschnelle Vereinfachungen von komplexen Zusammenhängen und allem, was geeignet erscheint, die verlorene Sicherheit wieder zu gewinnen oder zumindest den Anschein davon aufrecht zu erhalten. Das beobachte ich derzeit in vielen Bereichen unserer Gesellschaft.

Deswegen bin ich skeptisch, dass aus dieser Krise die neuen Möglichkeiten hervorgehen, die sich viele wünschen. Ein neues Bewusstsein für Verbundenheit mit der Natur, dem Leben und dem Sterben, ein allen offen stehender Zugang zu den Ressourcen von Bildung, Gesundheit oder Wohlstand, ein beherztes Einstehen für Unterschiedlichkeit, Respekt und Lebendigkeit. Wer hier eine Nähe zu den Werten unseres Grundgesetzes wahrnimmt, dem sei nicht widersprochen.

Das zu erreichen, bedarf nicht nur einer Krise wie dieser. Es bedarf der Fähigkeit, die Krise anzunehmen als Ausgangspunkt für unbequeme Fragen und ehrliche Antworten, die Betroffenheit und Widerstände auslösen.  Das sind keine angenehmen Erkenntnisse, die  aufzeigen werden, dass jeder von uns auf seine Weise an einer Kultur der Vereinzelung, der materiellen Überbetonung und Wachstumsorientierung, der Selbstbezogenheit,  Ablenkung, Diskriminierung und Erschaffung von Armut, Ausgrenzung oder Naturzerstörung auf seine Weise beteiligt ist.

Die persönlichen Antriebsmuster hinter all dem bewusst zu machen und Schritt für Schritt zu transformieren ist ein anspruchvoller Weg und wird kaum von einer top down inszenierten Krise im Handstreich aufs Gleis gesetzt werden. Das ist auch nicht beabsichtigt und in meinen Augen Illusion.

Fragen führen zu Antworten und Klarheit, wenn sie wirklich relevant sind. Spricht dich eine von diesen Fragen an? Welche  Fragen stellst du dir?

  • Was wäre, wenn es die Wahrheit gar nicht gibt? Wenn es also auch nicht darum geht, wer die Wahrheit kennt und recht hat? Wenn es eben nur unterschiedliche Wahrnehmungen, unterschiedliche Interessen, unterschiedliche Annahmen oder Geschichten gibt und die Möglichkeit, sich für das zu entscheiden, was deine natürliche Integrität oder Autorität stärkt, was dich gesund sein  oder selbstbestimmt sein lässt? Welche Geschichte wählst du?
  • Wie ist es, wenn wir alle eine verantwortliche Variante wählen? Verantwortlich in dem Sinne, dass wir für ihre Ergebnisse die Verantwortung übernehmen und wirklich daraus lernen können?
  • Wie wirkt es sich aus, wenn wir unsere Wahl  immer wieder überprüfen, sie verändern können und das auch tun (aus unserer Kompetenz für Stimmigkeit, die wir nicht rechtfertigen müssen)
  • Wie erlebst du dich , wenn du für etwas einstehst, wofür du vielleicht kritisiert wirst?
  • Wie geht es dir, wenn du dir eingestehst, dass du  darauf wartest, dass Andere es für dich managen?
  • Welche Möglichkeiten entstehen in deinem Sein und deinem Leben durch diese Lockdown-Situation?
  • Wozu fühlst du dich gerade jetzt aufgerufen und eingeladen?
  • Was verändert es in deinem Selbstverständnis und deinem Lebensgefühl, wenn du den Glauben daran, dass du vieles oder alles alleine hinbekommst, ehrlich überprüfst?
  • Was bewirkt dein Einverständnis, dass es in Ordnung ist, zu sterben und dass ein langes Leben nicht automatisch ein erfülltes Leben ist.
  • …..

Möglichkeiten

  • Stoppen wir so oft wie möglich  galoppierende Gedanken, die recht haben wollen, die verurteilen und trennen. (Wunsch nach Sicherheit, Angst vor?)
  • Bleiben wir unserer Wahrnehmung (denken, fühlen, spüren, empfinden) verbunden, unabhängig von den vermuteten Konsequenzen. Bewusst angenommene und nicht übertriebene Angst ist hier ebenso hilfreich, wie ein neutraler innerer Beobachter.
  • Wertfrei zuhören, auch wenn du mit Ansichten, Einschätzungen oder Meinungen konfrontiert bis, die du nicht teilst. Gehe nicht emotional an den Haken, atme weiter und respektiere das, was gesagt wird. Halte den Raum für jemanden, der dir vertraut, indem er/sie dir etwas mitteilt.
  • Finde das Verbindende, anstatt das Trennende zu betonen. Wie ist das gemeint?
    Mach dir beispielsweise bewusst, dass jeder Mensch, mit dem du gerade in Kontakt bist, etwas Wertvolles für dich bereit hält, auch wenn du das gerade nicht siehst oder haben willst. Bleib offen und im Kontakt mit dir und deinem Gegenüber. Verzichte darauf, jemanden überzeugen zu wollen. Teile mit, was dir wichtig ist ohne dominieren zu wollen. Gehört zu werden, ist ein Geschenk, das du bekommst und das du machen kannst.
  • Gib dir Zeit in der Natur zu sein. Erlebe sie als dein zu Hause, als ein Wunder, als einen Raum, dem du zugehörig bist, der dich fasziniert, unsicher macht oder herausfordert und den du nicht dominieren oder kontrollieren kannst. Nimm das an ohne wissen zu müssen, wozu das Gut sein soll. Lass es zu, lass es wirken. Schau in diesen unbestechlichen Spiegel.

Mit herzlicher Verbundenheit grüße ich dich.

Arthur Dorsch

In den Wirren der Viren…

Gedanken und Anregungen zum Umgang mit dieser Situation.

Wir befinden uns in einer aussergewöhnlichen Situation. Sie bringt für alle Menschen eine Veränderung ihrer Lebensgewohnheiten, Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Die Veränderung unserer Sicherheiten, Gewohnheiten bzw. unseres gewohnten Verhaltens, bewirkt Verunsicherung. Unsicherheit hat etwas mit Angst zu tun.

An dieser Stelle biete ich allen, die das interessiert ein paar Sichtweisen und Tools zum Umgang mit Angst an.

  • Angst ist zunächst kein Problem. Sie ist eine natürliche Ressource, die wir in bestimmten Situationen fühlen und nutzen können. Natürlich erscheint sie mir, weil sie überall in der Natur zu finden ist. Beobachte beispielsweise ein Reh, das  wittert. Es ist hellwach, nutzt seine stärksten Sinne (Hören und Riechen), um mit voller Präsenz wahrzunwehmen, ob es eine Gefahr gibt oder nicht. Die Angst stellt dem Reh einige wesentliche Ressourcen zur Verfügung, wie erhöhte Wachsamkeit, volle Konzentration, verminderte Ablenkungsbereitschaft, Unterscheidungsfähigleit (gefährlich oder nicht). Erst nach diesem Wahrnehmungsgeschehen trifft das Reh die Entscheidung, was jetzt dran ist, fliehen oder weiteräsen, langsam in Deckung  gehen und abwarten etc….Es findet eine angemessenen Umgang mit der Situation. Das ist wertvoll, denn würde es in jeder Situation fliehen, wäre das sehr energieraubend und gefährlich. Würde es niemals fliehen, wäre das ebenfalls gefährlich, weil es dann  einen Jäger oder Räuber oder eine andere Gefahr nicht erkennen würde.
  • Wenn wir also Angst als natürliche Ressource nutzen können, brauchen wir eine wesentliche Unterscheidung: habe ich Angst (als Ressource, die ich annehme) und gehe ich bewusst mit ihr um oder hat die Angst mich, also bestimmt sie mich und geht sie mit mir um?

Praxis mit dem Gefühl Angst

  • Wenn Du Angst fühlst, schiebe sie nicht weg, sondern erlaube dir, sie zu fühlen und weiter zu atmen. Ein paar Atemzüge und noch ein paar….
  • Frage dich, wie hoch deine Angst auf einer Skala von 1-10 gerade ist und beantworte das für dich.
  • Um deine Angst greifbarer zu machen, finde ein Symbol wie einen Stein oder einen anderen für dich passenden Gegenstand in deiner Nähe, der für deine aktuelle Angst steht und lege, stelle diesen vor dich hin.
  • Sprich diesen Gegenstand dirket an mit „meine Angst,  aus welchen Grund bist du da?“ Oder frage dich selbst, wenn das für dich besser funktioniert:  Wovor habe ich jetzt gerade Angst? Diskutiere nicht mit deiner Angst und nimm das erste, was auftaucht. Benenne die Antwort mit Worten, die du aufschreibst oder laut aussprichst.  Das ist Wesentlich. Dann ist deine Angst nichts, Unsichtbares, Unfassbares, sondern etwas, das du konkret benennst.
  • Jetzt stelle deinem Angst-Symbol oder der Angst in dir die Frage: Was rätst du mir, wie ich mit der bängstigenden Situation umgehen kann? Lass dir etwas Zeit und bleibe im Kontakt mit deiner gefühlten Angst und Blickkontakt oder Körperkontakt mit dem Symbol. Sprich die Antworten aus und/oder schreibe sie auf. Wähle aus den entstandenn Antworten diejenige aus, die deine Angst an  1. Stelle sieht. (frage sie danach) Dann die zweite und dritte Stelle…
  • Damit hast du konkrete Handlungsoptionen.
  • Bedanke dich bei deiner Angst.
  • Wenn du willst, überprüfe auf deiner inneren Skala von 1-10, wo du die Angst jetzt verortest.

Du kannst das kultivieren oder trainieren, indem du das jedesmal machst, wenn du Angst fühlst. Du kannst deine Ängste auch einem Menschen gegenüber aussprechen, dem du vertraust. Bevor du das tust, stelle sicher, dass dieser Mensch einverstanden ist, zu hören, was du sagst, ohne es zu beurteilen, zu kommentieren, ohne mit dir darüber zu diskutieren und dich mit Ratschlägen zu überhäufen. Satt dessen wiederholt er/sie, was du über deine Angst gesagt hast und du bestätigst das, wenn du dich gehört und richtig verstanden fühlst.

Trainings zum bewussten Umgang mit Gefühlen wie Angst, Wut und Traurigkeit bieten wir in folgenden Kursen und Formaten an: Männer-InitiationFeuerlaufWut-Training in der Natur – ProzessbegleitungCoaching.
Coaching und Prozessbegleitung sind jederzeit telefonisch oder via skype möglich.

Tipps zum Umgang mit dieser aussergewöhnlichen Situation

Nachrichten, Informationen von Außen

  • Dosiere bewusst, wie oft du Nachrichten hörst oder siehst. Worte und Bilder sind machtvoll und sie beeinflussen dich mehr als es vielleicht den Anschein hat.
  • Du bist auch ein Experte/eine Expertin, wenn es darum geht für dich einzuschätzen, was für dich relevant ist und was nicht, womit du dich stimmig fühlst und womit nicht, was dich stärkt und was dich schwächt.  Bewahre dir diese Kompetenz.
  • Glaube nicht alles, was dir im Zusammenhang mit dieser Situation an Informationen, Einschätzungen etc. begegnet. Glaube auch nicht alles, was du selbst denkst. Überprüfe alles mit Herz, Gespür und Verstand = gesunder Menschenverstand.

Soziale Kontakte

  • Nimm Kontakt mit Freunden und Familienenmitgliedern, KollegInnen und Nachbarn auf. Achte darauf, dass in diesem Kontakt nicht über Politik und die aktuelle äußere Situation gesprochen wird, sondern darüber wie es dir und deinem Gegenüber gerade geht, was jemand/du brauch(s)t, wie ihr mit der Situation umgeht, was euch berührt, bewegt und beschäftigt. Bleibt dabei nicht an äußeren Faktoren (Politik, Anordnungen, Nachrichten…) hängen. Wenn das doch geschieht, lenke das Gespräch freundlich und bestimmt wieder zurück zum Wesentlichen.
    • Zuhören ist wichtig. Bestätige  Wahrnehmungen, Erlebnisse, Ideen, Gefühle (auch Angst, indem du fragst, wovor genau hast du Angst), die jemand von sich mittteilt.
    • Bestätige nicht, was du als schwächend erlebst, sondern weise darauf hin, was du wahrnimmst. Sei freundlich, klar und präsent, wenn du im Kontakt mit anderen bist.

Struktur

  • Schaffe dir eine Struktur, die dir gut tut, wenn deine gewohnten Strukturen teilweise oder ganz verloren gegangen sind. Was ist jetzt dran? Was ist jetzt wichtig? Was brauche ich? (Mein Körper…Nahrung, Bewegung, Ruhe…, mein Herz…..Kontakt, Austausch, Mitgefühl…..welche Gefühle sind da und was können sie mir mitteilen…..mein Verstand…welche Informationen und wieviel….was denke ich?….tut mir das gut, es zu denken?… will ich das wirklich denken?…….welche Ideen habe ich? …..Was kann ich für Andere tun?….mein energetisches Sein….was stimmt für mich? was stimmt nicht?…wie komme ich in ein Gleichgewicht?…..womit bin ich zufrieden?…..was brauche ich wirklich? Was nicht?…….Vielleicht brauchst du auch unstrukturierte Zeit.

Möglichkeiten finden, Angebote annehmen

  • Jede aussergewöhnliche Situation so wie diese beinhaltet Möglichkeiten und Chancen, die wir ohne sie nicht wahrnehmen würden. Auch wenn Vieles unbequem und teilweise unangenehm ist, finde deine Möglichkeiten im Umgang damit. Ausserordentliche Situationen machen uns dünnhäutig und sensibel. Wir können diese Sensibilität nutzen, anstatt sie wegzuschieben (mit Ablenkungen-welche sind das bevorzugt bei dir?)
  • In Situationen wie dieser  kommen oft Themen und Erinnerungen auf, die unsere Aufmerksamkeit brauchen, die Unterstützung und Anteilnahme durch andere Menschen brauchen. Das ist wertvoll. Widme dich ihnen immer wieder und wenn du Unterstützung brauchst, frage danach. Auch ich bin ein solcher möglicher Unterstützer. Nimm gerne mit mir Kontakt auf. Es ist Teil meiner Berufung zu begleiten, zu initiieren, zuzuhören oder vertiefende, bewusst machende Fragen zu stellen.

Ich bin gerade mit vielen Menschen im Kontakt und Gesprächen und freue mich über deren Fähigkeit, Möglichkeiten zu finden, die sie in dieser Situation als unterstützend, bereichernd oder annehmbar erleben.

Ich wünsche uns allen einen bereichernden und bewussten Umgang mit dieser Herausforderung.

Arthur Dorsch am 25.3.2020

Lieber Arthur,

gerade habe ich Deinen Text „In den Wirren der Viren“ gelesen und danke Dir sehr für Deine klaren und einfühlsamen Worte.
Auch ich bin dabei, mir neue Strukturen und Routinen zu schaffen und fühle mich sehr bestärkt darin, MEINEN Weg zu finden und zu gehen.
Das „Finden“ gelingt mir mit Hilfe meiner Angst sehr gut und Deine Tools haben mir gerade eben noch einige Impulse gegeben, das Ganze weiter zu vertiefen und runder zu machen (ich hab z.B. das Atmen öfter mal vergessen – und einen Stellvertreter für die Angst zu nutzen finde ich einfach genial…)
Florian, Trainer,Coach, 45 Jahre, Burglengenfeld am 31.3.2020

Feedback zur Winntersonnenwende-Schwitzhütte

Wir haben am 21.12.2019 eine kraftvolle und bewegende Schwitzhütte erlebt. Einen ersten Eindruck einer Teilnehmerin kannst du hier lesen.
„I found the weekend pretty incredible. It’s absolutely amazing what transformed with a period of 24 hours. I feel very soft and also very tired- but in a good way. I feel that there is something working within me and I’m just feeling into it, not analyzing it or thinking about it- just being with what is there and acknowledging it. For me, there was a very powerful shift that happened over the weekend, a shift that I have been wanting to occur but didn’t know how to get there. Thank you for opening up the room for the possibility to allow this shift to occur and holding a safe space to allow the process to happen. This is so valuable and so special to me.
I admire very much the work that you do and they way that you do it. It’s very real, honest and grounded. You are a leader and also a part of the group- also on a path and with your own process. I rarely encounter teachers who don’t put themselves above the students and I find that special about you. Thank you so much for doing what you are doing. There is a lot of powerful magic and energy within it. This was one of the most powerful sweatlodges I have ever been to and I am so grateful for the opportunity to have been there. I am also so glad that the call to action was greater than my mind. It was and is profound and I am looking forward to see how I transform from this. There is fear before me, but I am willing to walk with it.“

Amie, 45 Jahre, Yogalehrerin, Outdoor-and Wildernessteacher, NaturCoach, München